Cabaret Voltaire
Was ist das Cabaret Voltaire - das Dadahaus heute?
Cabaret Voltaire, am 5.2.1916 in der Züricher Altstadt als "Protest gegen den Wahnsinn der Zeit" eröffneter Kunstsalon. Die Idee zur Gründung des Cabaret Voltaire stammte von dem deutschen Dichter und Regisseur Hugo Ball und seiner Gefährtin Emmy Hennings, die mit ihm aus Deutschland emigriert war. Ihnen schlossen sich als erste der Dichter und Maler Hans Arp und Sophie Täuber an. Täuber war Lehrerin in der Züricher Kunstgewerbeschule und trat immer nur maskiert auf, um ihre Anstellung nicht zu verlieren. Im Juni 1916 erschien die erste Ausgabe der Zeitschrift “Cabaret Voltaire”. Die im Cabaret Voltaire tätigen Künstler, zu denen auch Richard Hülsenbeck, Tristan Tzara und Marcel Janco zählten, wendeten sich mit einer so genannten Anti-Kunst gegen gültige bürgerliche Wertmaßstäbe. Zum Ausdruck des Protests gehörte u. a. das Deklamieren unzusammenhängender Silben und Wörter in Form so genannter Lautgedichte, häufig auch in Verbindung mit theatralischen Aktionen, Lärm-Musik und die Präsentation provokativer Collagen.
Dadahaus, wiederauferstanden im Oktober 2004 und mit dem baulichen Eingriff der Architekten Rossetti + Wyss beginnt an der Spiegelgasse 1 in der Altstadt von Zürich eine neue Dada-Ära. Die für die Kunstgeschichte so prägende Bewegung des Dada und sein Gründerhaus (Cabaret Voltaire) soll der breiten Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden. Neben halbjährlich stattfindenden Ausstellungen zur Geschichte von Dada, werden im zweiten Ausstellungsraum vor allem junge und umstrittene Positionen gezeigt, die im Zweimonatsrhythmus von wechselnden Kuratoren ausgewählt und inszeniert werden. Neben weiteren periodisch stattfindenden Veranstaltungen, wird eine dadalogische Reihe installiert, die das Cabaret Voltaire zu einem Kompetenzzentrum für den Dadaismus werden lassen soll.
„Das Cabaret Voltaire ist ein lebendiger Kulturort, der einerseits als non-disziplinäre Plattform vorhandene Themen, Täter und Tendenzen bündelt, von dem andererseits aber auch kultur- und gesellschaftspolitische Impulse, Innovationen und Interventionen ausgehen, die weit über die räumliche Begrenzung des eigentlichen Spielortes reichen. Ein Haus, dessen Kriterien sich systeminhärenten ästhetischen und spartenlimitierenden Spielregeln entziehen, sich orientieren an Wirkungspotential, Virulenz und den sensibilisierten Fühlern der Macher.“
Philipp Meier, künstlerischer Leiter Cabaret Voltaire, Dadahaus
