Macher

Com&Com, das sind die beiden Schweizer Medienkünstler Johannes M. Hedinger (1971) und Marcus Gossolt (1969). Sie gründeten 1997 das Kunstlabel Com&Com (Commercial Communication) und produzieren Filme, Kunst, Theaterstücke, Musik, Bücher und Denkmäler, die die Grenze zwischen High Art und Low Culture thematisieren. Parasitär besetzen sie vorhandene Kommunikationswege der Werbung und Massenmedien für ein Inszenierungsspiel von Original und Fälschung.

2003 entwarfen sie eine Legende sowie ein Denkmal mit Namen Mocmoc für das Städtchen Romanshorn am Bodensee. Das bunte Denkmal, die gefälschte Gründerlegende und die Form der Inszenierung lösten anhaltende Bürgerproteste und eine veritable politische Krise aus, was in einer Volksabstimmung am 16. Mai gipfelte. Com&Com's erster Film "C-Files: Tell Saga", ein perfekt inszenierter Trailer zu einem nicht existierenden Spielfilm, wurde 2001 an die Biennale Venedig eingeladen und ihr Video-Clip Side by Side (2002) landete in den Top 10 der Schweizer Charts. Derzeit arbeitet Com&Com an einem Roadmovie, der in der Wüste zwischen Los Angeles und Las Vegas spielt. Johannes M. Hedinger und Marcus Gossolt leben und arbeiten vorwiegend in Zürich und St. Gallen/Schweiz.

Die Lehrveranstaltung an der Universität Zürich mit dem Titel "Provokation als Strategie. Der „P-Faktor“ in der zeitgenössischen Kunst" steht unter der Leitung vonJohannes M. Hedinger . Er wird sich auch über dieses Tutorat hinaus wissenschaftlich mit dem Thema auseinandersetzen. Auf 2006 ist eine Publikation geplant, ev. in Kombination mit einer Ausstellung.

Das Pozessdesign des Symposiums stammt von Beauty Case (John Bellicchi, Simon Grand und Ruedi Alexander Müller-Beyeler). Beauty Case ist ein Projekt angewandter Innovationsforschung, das sich mit der Strukturierung von Raum, Zeit und Medialität in menschlichen Gestaltungsprozessen auseinandersetzt. Das Setting, welches idealerweise auf Prozesse von anderthalb bis zwei Tagen angewendet wird, wurde von Dr. Simon Grand, Ruedi Alexander Müller-Beyeler und John Bellichi entwickelt und getestet, um transdisziplinär zusammengesetzten Gruppierungen einen experimentellen Rahmen für gedanklichen Austausch zu bieten. Durch gezielte Brüche in Raum und Zeit und durch Verrücken der medialen Gewohnheiten im Ausdruck und in der Interaktion werden Erfahrungsräume geschaffen, die Bekanntes in anderem Licht erscheinen, vielleicht Neues emergieren lassen.