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ZUM SYMPOSIUM:

22.- 23. Januar 2005

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Veranstalter [605KB]

P-FAKTOR: Die Kunst der Provokation
im Cabaret Voltaire, Spiegelgasse 1, 8001 Zürich

Ist Provokation ein legitimes Mittel, um in unserer Gesellschaft etwas zu verändern oder nur eine strategische und verkaufsfördernde Massnahme? Muss man heute provozieren, um noch wahrgenommen zu werden? Was erregt die Menschen im Zeitalter der Tabubrüche noch? Wer lässt sich provozieren, was sind die Regeln und welche Rolle spielen dabei die Kunst und die Medien? Schon für die Dadaisten war Provokation ein gezielt eingesetztes Kommunikationsvehikel und in den letzten 40 Jahren wurde die bewusste Regelverletzung zu einem der beliebtesten, erfolgreichsten, aber auch oft verschmähtesten Werkzeuge in Kultur, Politik und Gesellschaft.


Mit dem Symposium soll versucht werden, den oft rein emotional gebrauchten Begriff zu objektivieren und zur Diskussion zu bringen. Weiter soll mit dem neu geschaffenen Terminus P-FAKTOR eine Messgrösse für Provokation eingeführt und längerfristig als Marke etabliert werden.

ReferentInnen:
Werner de Schepper -- Theologe, Chefredaktor der Boulevardzeitung Blick, Zürich
Ursula Pia Jauch --Prof. für Philosophie und Kulturgeschichte Universität Zürich
Güzin Kar --Drehbuchautorin, Filmerin und Kolumnistin, Zürich
Elke Krystufek -- Künstlerin und Performerin, Wien
Franz Liebl --Prof. für strategisches Marketing, Universität Witten
David Signer -- Ethnologe und Journalist Weltwoche, Zürich
Wolfgang Ullrich -- Prof. Kulturwissenschaft, Akademie der Künste München

Das Symposium besteht aus einem öffentlichen Teil (Samstag) und einem geschlossenen (Sonntag). Der Samstag richtet sich insbesondere an Kunst- und Medienschaffende, Kulturinteressierte, Wissenschaftler und Betroffene (Provokateure und Provozierte).
Das Symposium und Workshop wurde von der Künstlergruppe COM & COM (Johannes M. Hedinger und Marcus Gossolt) konzipiert, als Teil ihrer zweimonatigen Kuratorenschaft am Cabaret Voltaire zum Thema PROVOKATION. In Ergänzung finden eine Filmreihe und eine Ausstellung statt. Zum Thema wurde auch eine eigene Website initiiert (www.provokation.ch).
Das Pozess-Design des Symposiums stammt von BEAUTY CASE (John Bellicchi, Simon Grand und Ruedi Alexander Müller-Beyeler). Beauty Case ist ein Forschungsprojekt, das sich in immer wieder neuen Kontexten und mit unterschiedlichen Forschungspartnern (aus Wirtschaft, Wissenschaft, Design und Kunst) mit der Forschungsfrage beschäftigt, wie interdisziplinäre, kollektive, multimediale und innovative Gestaltungsprozesse produktiv strukturiert und inszeniert, und effizient sichtbar und erfahrbar gemacht werden können.

Das Symposium findet im und in Zusammenarbeit mit dem cabaret voltaire dada zürich statt.
Website und Online-Anmeldung unter: www.provokation.ch

 


DIE VERANSTALTER

COM & COM
Com&Com, das sind die beiden Schweizer Medienkünstler Johannes M. Hedinger (1971) und Marcus Gossolt (1969). Sie gründeten 1997 das Kunstlabel Com&Com (Commercial Communication) und produzieren Filme, Kunst, Theaterstücke, Musik, Bücher und Denkmäler, die die Grenze zwischen High Art und Low Culture thematisieren. Parasitär besetzen sie vorhandene Kommunikationswege der Werbung und Massenmedien für ein Inszenierungsspiel von Original und Fälschung.
2003 entwarfen sie eine Legende sowie ein Denkmal mit Namen Mocmoc für das Städtchen Romanshorn am Bodensee. Das bunte Denkmal, die gefälschte Gründerlegende und die Form der Inszenierung - löste anhaltende Bürgerproteste und eine veritable politische Krise aus, was in einer Volksabstimmung am 16. Mai gipfelte. Com&Com's erster Film "C-Files: Tell Saga", ein perfekt inszenierter Trailer zu einem nicht existierenden Spielfilm, wurde 2001 an die Biennale Venedig eingeladen und ihr Song und Video-Clip "Side by Side" (2002) landete in den Top 10 der Schweizer Charts. Derzeit arbeiten Com&Com an der irritierenden Public Art Artbeit GUGUSDADA (2004-05) für das Cabaret Voltaire sowie an einem Roadmovie in der Wüste zwischen Los Angeles und Las Vegas. Johannes M. Hedinger und Marcus Gossolt leben und arbeiten vorwiegend in Zürich und St. Gallen / Schweiz.


"Der Künstler muss wieder vermehrt die Verantwortung für Manipulation und Verführung übernehmen: Kunst muss eine ebenso große politische Wirkung haben wie die Unterhaltungsindustrie, der Film, die Popmusik und die Werbung. Es gab eine Zeit, da brauchten Künstler nur in das Ohr des Königs oder des Papstes zu flüstern, um politische Wirkung zu haben. Heute müssen sie in die Ohren von Millionen Menschen flüstern. Da muss man halt auch die Form und das Medium anpassen."
Com&Com


www.com-com.ch
www.mocmoc.ch
www.gugusdada.ch

 

BEAUTY CASE
Das Prozess-Design des Symposiums stammt von Beauty Case (John Bellicchi, Simon Grand und Ruedi Alexander Müller-Beyeler). Beauty Case ist ein Forschungsprojekt, das sich in immer wieder neuen Kontexten und mit unterschiedlichen Forschungspartnern (aus Wirtschaft, Wissenschaft, Design und Kunst) mit der Forschungsfrage beschäftigt, wie interdisziplinäre, kollektive, multimediale und innovative Gestaltungsprozesse produktiv strukturiert und inszeniert, und effizient sichtbar und erfahrbar gemacht werden können.
Durch systematische Wechsel in den räumlichen Settings, den zeitlichen Strukturen und den medialen Möglichkeiten werden etablierte Routinen, Konventionen und Muster, die viele Kreativprozesse kennzeichnen, systematisch hinterfragt, verändert, variiert. Die zentrale Zielsetzung von Beauty Case ist, Designprozesse und Innovationsprozesse effizienter, effektiver, kreativer und nachvollziehbarer zu machen, indem neuartige Erfahrungen und überraschende Einsichten ermöglicht und effizient dokumentiert und laufend reflektiert werden.
Beauty Case integriert Kochen und Essen als paradigmatische Referenz für einen Kreativprozess. Durch den Einsatz unterschiedlicher Medien ermöglicht Beauty Case, persönliche Reflexionen, parallele Kreativprozesse, intuitive Reaktionen und visuelles Denken sichtbar und Innovationsprozessen zugänglich zu machen. Beauty Case ist ein Designprozess, der sich systematisch selber dokumentiert und reflektiert und die Spuren des Prozesses über das Internet synchron und kontinuierlich öffentlich und der weiteren Auseinandersetzung zugänglich macht. Beauty Case

 

CABARET VOLTAIRE
Das Cabaret Voltaire wurde erstmals am 5.2.1916 in der Züricher Altstadt als Kunstsalon und "Protest gegen den Wahnsinn der Zeit" eröffnet. Die Idee zur Gründung des Cabaret Voltaire stammte von dem deutschen Dichter und Regisseur Hugo Ball und seiner Gefährtin Emmy Hennings, die mit ihm aus Deutschland emigriert war. Ihnen schlossen sich als erste der Dichter und Maler Hans Arp und Sophie Täuber an. Täuber war Lehrerin in der Züricher Kunstgewerbeschule und trat immer nur maskiert auf, um ihre Anstellung nicht zu verlieren. Im Juni 1916 erschien die erste Ausgabe der Zeitschrift “Cabaret Voltaire”. Die im Cabaret Voltaire tätigen Künstler, zu denen auch Richard Hülsenbeck, Tristan Tzara und Marcel Janco zählten, wendeten sich mit einer so genannten Anti-Kunst gegen gültige bürgerliche Wertmaßstäbe. Zum Ausdruck des Protests gehörte u. a. das Deklamieren unzusammenhängender Silben und Wörter in Form so genannter Lautgedichte, häufig auch in Verbindung mit theatralischen Aktionen, Lärm-Musik und die Präsentation provokativer Collagen.
Wiederauferstanden im Oktober 2004, mit dem baulichen Eingriff der Architekten Rossetti + Wyss und unter der künstlerischen Leitung von Philipp Meier beginnt an der Spiegelgasse 1 in der Altstadt von Zürich eine neue Dada-Ära. Die für die Kunstgeschichte so prägende Bewegung des Dada und sein Gründerhaus soll der breiten Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden. Neben halbjährlich stattfindenden Ausstellungen zur Geschichte des Dadaismus, werden im zweiten Ausstellungsraum vor allem junge und umstrittene Positionen gezeigt, die im Zweimonatsrhythmus von wechselnden Kuratoren ausgewählt und inszeniert werden. Neben weiteren periodisch stattfindenden Veranstaltungen, wird eine dadalogische Reihe installiert, die das Cabaret Voltaire zu einem Kompetenzzentrum für den Dadaismus werden lassen soll.


„Das Cabaret Voltaire ist ein lebendiger Kulturort, der einerseits als non-disziplinäre Plattform vorhandene Themen, Täter und Tendenzen bündelt, von dem andererseits aber auch kultur- und gesellschaftspolitische Impulse, Innovationen und Interventionen ausgehen, die weit über die räumliche Begrenzung des eigentlichen Spielortes reichen. Ein Haus, dessen Kriterien sich systeminhärenten ästhetischen und spartenlimitierenden Spielregeln entziehen, sich orientieren an Wirkungspotential, Virulenz und den sensibilisierten Fühlern der Macher.“
Philipp Meier, künstlerischer Leiter Cabaret Voltaire, Dadahaus

www.cabaretvoltaire.ch

 

Biografien der ReferentInnen

 

Werner de Schepper
Geboren 1965 in Gent (Belgien), Kindheit und Jugend in Olten. Verheiratet, 2 Kinder.
1991 Lizentiat (summa cum laude) in katholischer Theologie (Hauptfach) und Journalistik (Nebenfach), Universität Fribourg.
1992-1993 Inland- und Bundeshausredaktor Schweizerische Politische Korrespondenz (spk)
1993-1995 Nachrichtenredaktor Schweizer Illustrierte
1995-1998 Nachrichtenchef SonntagsBlick
1999 Stellvertreter des Chefredaktors SonntagsBlick
1999-2003 Stellvertreter des Chefredaktors BLICK
seit 1.2.2003 Chefredaktor BLICK

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Ursula Pia Jauch
Geboren 1959 in Zürich. 1979-1984 Studium an der Universität Zürich (Philosophie, Linguistik und Ältere Deutsche Literatur). 1984 Studienabschluss lic.phil. I bei Prof. Dr. Hermann Lübbe (Bernard Mandeville und die Dar-stellung des Geistes des Kapitalismus). 1988 Promotion zum Dr. phil. I bei Prof. Dr. Helmut Holzhey (Dissertation: Immanuel Kant zur Geschlechterdifferenz. Aufklärerische Vor-urteilskritik und bürger-liche Geschlechtsvormundschaft). Von 1987 bis 1991 Lehrbeauftragte am Philosophi-schen Seminar der Uni-versität Zürich, wissenschaftli-che Mitarbeite-rin der 'Ar-beits- und For-schungsstelle für Ethik' an der Universität Zürich, Redaktorin der 'Schweize-rischen Ar-beitsblätter für ethische For-schung'. 1992 Forschungsaufenthalt am Getty Center for Art and the Humanities, Los Angeles, USA. Von 1992 bis 1995 Forschungsprojekt im Rahmen des Schweizerischen Nationalfonds zu 'Julien Offray de la Mettrie: Denken an der Nahtstelle zwischen Mensch, Maschine und Ästhetik’. 1996 Habilitation (Jenseits der Maschine. Philosophie, Ironie und Ästhetik bei Julien Offray de La Mettrie). Seit 1996 Privatdozentin für „Philosophie mit besonderer Berücksichtigung der kulturhistorischen Fragestellung“ an der Universität Zürich, seit 2003 daselbst Titularprofessorin. 2002 bis 2005 Forschungsprojekt (Schweizerischer Nationalfonds) über „Literarische Strategien der clandestinen Philosophie 1720 – 1770“.
Neben der akademischen Tätigkeit Arbeit als Publizistin und Autorin, seit 1989 beim Feuilleton der Neuen Zürcher Zeitung. Verheiratet.


Publikationen (Auswahl)

Immanuel Kant zur Geschlechterdifferenz. Aufklärerische Vor-urteilskritik und bürger-liche Geschlechtsvormundschaft. Passagen Verlag, Wien 1988. 244 Seiten (2. Aufl. 1988, übersetzt ins Japanische 2004)
Damenphilosophie & Männermoral. Von Abbé de Gérard bis Marquis de Sade. Ein Versuch über die lächelnde Vernunft. Passagen Verlag, Wien 1990. 216 Seiten, 29 Abb. (2. Aufl. 1991; übersetzt ins Spanische 1995)
Jenseits der Maschine. Philosophie, Ironie und Ästhetik bei Julien Offray de La Mettrie (1709-1751). Carl Hanser-Verlag, München 1998. 599 S., 30 Abb. (vergriffen)
Beat Fidel Zurlauben. Söldnergeneral & Büchernarr. 1720-1799. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 1999. 253 S., 25 Abb.
Bernard Mandeville: Eine Streitschrift für Öffentliche Freudenhäuser. Oder, ein Essay über die Hurerei (London 1724). Übersetzt, kommentiert und mit einem Essay versehen von Ursula Pia Jauch. München, Carl Hanser-Verlag 2001. 171 S., 10 Abb.
Homo ludens. Der Mensch, ein Spieler. Publikation in der Schriftenreihe der Bank Vontobel. Zürich, Oktober 2001, 94 S.
Franz Blei: Erzählung eines Lebens. Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Ursula Pia Jauch. Zsolnay-Verlag, Wien 2004, 523 S., 7 Abb.

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Güzin Kar
Güzin Kar ist in der Türkei geboren, sie lebt seit ihrem 5. Lebensjahr in der Schweiz. Matura absolvierte sie in Basel, anschließend studierte sie Germanistik, Filmwissenschaft und Publizistik an der Zürcher Universität. Parallel dazu war sie Jugendarbeiterin und Deutschlehrerin für Arbeitslose, Hausfrauen und Manager. Später studierte sie an der Filmakademie Baden-Württemberg und schloss im Bereich Drehbuch ab. Seither arbeitet sie als freie Drehbuchautorin und Regisseurin in Deutschland und in der Schweiz. Sie ist ausserdem Autorin diverser Sketch- und Stand-up Comedies und schreibt die wöchentliche Kolumne "Gender Studies" für die „Weltwoche". Güzin Kar lebt in Zürich.


Filme
Lieber Brad (Drehbuch), Produktion: Bernard Lang für SF DRS 2001
Mehr als nur Sex (Drehbuch), Produktion: Aspekt Telefilm Hamburg für ZDF 2002
Paul und Lila (Drehbuch und Regie), Produktion: Bernard Lang 2002
Aktuell in Arbeit:
Die wilden Hühner (Drehbuch), Produktion: Bavaria Film München;
Nichts wie weg! (Drehbuch und Regie), Produktion: Vega Film, Ruth Waldburger Zürich;
Drehbuchpreis der Schweiz. Autorengesellschaft SSA 2002
Kinderlein (Drehbuch und Regie), Produktion: Bernard Lang, Freienstein
Drehbuchpreis Schweiz. Autorengesellschaft SSA 2004
(Güzin Kar wird vom Berliner Verlag henschel SCHAUSPIEL vertreten, www.henschel-schauspiel.de)

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Elke Krystufek
* 1970, Wien, Österreich, Künstlerin und Performierin.
Studierte 1988-1992 an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Arnulf Rainer.
lebt und arbeitet in Wien, Österreich
"Krystufeks Kunst basiert auf einer Dialektik von Exhibitionismus und Voyeurismus. Dabei kommt dem explizit Sexuellen, vor allem den häufigen Entkleidungen, pornografischen Posen und Masturbationsszenen in den Videos, ein zwar hoher, doch keineswegs ausschließlicher Stellenwert zu. In Krystufeks Videos wird ein Voyeurismus provoziert, der sich auf das Private im allgemeinen, das Atelier als Kreativsphäre, jede Form obsessiver Handlungen in einer chaotisch-junkigen Umgebung, das Leid und die Einsamkeit des künstlerischen Menschen richtet."(1)
"Elke Krystufeks Photos, Bilder, Malereien, Videos, konfrontieren damit, daß hier zwar eine Frau zu sehen ist, diese Frau aber immer wieder in anderen Situationen erscheint, nicht mit dem Frausein zu identifizieren ist, gerade weil sie so viel von sich als Frau zeigt. Von daher halte ich es nicht für einen Gag, wenn sich Elke Krystufek erlaubt, gegen bestimmte Spielarten feministischer Kunst eine Einrede einzulegen. Sie versucht sich zu wehren, gegen eine Identifikation, gegen den gewalttätigen Blick, auch hier."(2)
"Als kritisch wird zumeist die neben der Kunsthallen-Performance bekannteste Arbeit, die Serie "Elke Krystufek liest Otto Weininger", interpretiert. Sie existiert als Video und als Folge von 45 Tafeln mit Foto/Textcollagen aus den Jahren 1993-95. Krystufek konfrontiert in den Collagen Zitate aus Weiningers "Theorien" zur Inferiorität der Frau aufgrund ihrer vermeintlichen Triebbestimmtheit und Sublimationsunfähigkeit mit Bildern aus Kunst, Pornografie, Werbung und solchen ihrer selbst."(3)
(1), (3) aus: Christian Kravagna, "Ich möchte funktionieren, nicht perfekt, aber doch." in: Texte zur Kunst. Nr. 22, Mai 1996; S. 46, 47
(2) aus: Karl-Josef Pazzini, "Ich wäre lieber unmittelbar" (Elke Krystufek) in: "I am your mirror", Katalog, Wiener Secession 1997, S. 9

Ausgewählte Einzelausstellungen
2004 Der soziographische Blick 6. Elke Krystufek (A) – The constant lover – Faster Than 2004 The Speed of Light, Kunstraum, Innsbruck, Innsbruck
2004 Lover´s mind wide open, Statens Museum, Copenhagen
2004 The Rich visit the Poor, the Poor visit the Rich, Part 2, Bawag Foundation, Vienna
2004 Needs, Georg Kargl, Vienna
2003 Nackt und Mobil, Sammlung Essl und GEM, Gemeendemuseum Den Haag
2003 The rich visit the poor, the poor visit the rich, Galerie Ars Futura Zürich
2002 He can´t make babies, so he eats them, Emily Tsingou Gallery, London
2002 Silent Scream, Kenny Schachter conTEMPorary, New York
2001 Nobody Has TO Know, Portikus, Frankfurt und Galerie Georg Kargl, Wien


Ausgewählte Gruppenausstellungen
2005 Slices of Life, Austrian Cultural Forum New York, New York;
2004 Vision einer Sammlung, Museum der Moderne, Salzburg
2003 Solo Mortale,Kasseler Kunstverein, Kassel
2003 Utopia Station, 50. Biennale, Venice
2003 Girls don´t cry, Parco Museum, Tokyo
2003 Writing Identity – On Autobiography in Art, Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig
2003 Me & More, Kunstmuseum Luzern
2003 Talking pieces, Museum Moisbroich, Leverkusen
2003 Girls don´t cry, Parco Gallery, Tokyo
2002 Mirroring Evil, Jewish Museum, New York
2001 Double Life, Generali Foundation, Wien
1998 Austrian Pavillion, Sao Paulo Biennale


Performances
2004 „Das trojanische Pferd“, Elke Krystufek /Bläserensemble der Linzer Philharmonie, 17.12.2004, Kunstraum Innsbruck
2003 „Matrix 1“, 2 Stunden, Georg Kargl, Vienna
„The Naked Conference“, Elke Krystufek und Sands Murray-Wassink, 30.06.2004, Bawag Foundation, Vienna
2002 „I speak painting“, Emily Tsingou gallery, London
Gruppenhochzeits-Performance der Initiative „Wir sagen Ja zueinander“, 25.5.2002, Hauptplatz, Linz
„Performance for short sighted people“, Kenny Schachter conTEMPORARY, New York
2001 „Two blacks don´t make a white“, Generali Foundation, Vienna
„A Little Bit of History Repeated“, Kunst-Werke, Berlin
2000 „The Blue Moods Of Spain“, Portikus Frankfurt/Main

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Franz Liebl
geb. 1960, Diplom-Kaufmann, Dr. oec. publ., Dr. rer. pol. habil.; von 1983–1994 Mitarbeiter am Institut für Systemforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München mit Arbeitsschwerpunkten in den Bereichen Datennetze, Computersimulation, Artificial Intelligence und Strategisches Management. Seit 1994 Lehrstuhlinhaber für Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsfakultät Witten/Herdecke, derzeit Inhaber des Aral Stiftungslehrstuhls für Strategisches Marketing. Forschungs- und Beratungsschwerpunkte: Strategisches Management, Trend- und Issues-Management, Business-Design sowie Marketing unter Bedingungen gesellschaftlicher Individualisierung. Seit 1983 Veröffentlichungen zu den Themen Jugendkultur, Subkultur und experimentelle Musik. Von 1982–1990 Inhaber eines Tonträger-Labels und -Vertriebs für experimentelle Musik. Seit 1982 Teilnahme an Mail-Art- und Mail-Music-Projekten; seit 1995 Aufführung von Theorie-Performances in der Reihe “Unbekannte Theorie-Objekte der Trendforschung”. Seit 1998 regelmäßiger Kolumnist für Wirtschaftsmagazine.


Veröffentlichungen (Auswahl):
Cultural Hacking: Kunst des Strategischen Handelns; Springer : Wien/New York 2005 (herausgegeben zusammen mit Thomas Düllo)
Gunholder Value: Serienmord als Baustein des wertorientierten Managements; in: Robertz, F. J.; Thomas, A. (Hg.): Serienmord: Kriminologische und kulturwissenschaftliche Skizzierungen eines ungeheuerlichen Phänomens; Belleville : München 2004; S. 489–499
»Tendenz: paradox« – Über den Status quo im Trendmanagement; in: Thexis, Vol. 20, #1, Januar, 2003; S. 2–9
»Bricolo-Chic«: Der Bastler als Schnittstelle von Marketing, Trendforschung und Cultural Studies; in: Göttlich, U.; Gebhardt, W.; Albrecht, C. (Hg.): Populäre Kultur als repräsentative Kultur. Die Herausforderung der Cultural Studies; von Halem Verlag : Köln 2002; S. 259–286
Depression und die Strategien ihrer Vermarktung: Die Leute nicht für blöd halten; in: Hegemann, C. (Hg.): Erniedrigung genießen: Kapitalismus und Depression III; Alexander-Verlag : Berlin 2001; S. 113–141
Der Schock des Neuen: Entstehung und Management von Issues und Trends (Gerling Akademie Verlag, 2000).

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David Signer
David Signer wurde 1964 in St. Gallen geboren. Er studierte Ethnologie, Psychologie und Linguistik in Zürich, Jerusalem und Abidjan. In seiner Promotion („Konstruktionen des Unbewussten“, Passagen, 1994) setzte er sich kritisch mit der Ethnopsychoanalyse auseinander. Nach längerer Tätigkeit im Flüchtlingswesen („Überlebenskunst in Übergangswelten“, Reimer, 1999), als Lehrbeauftragter an der Universität Zürich, als Mitarbeiter des Magazins des Zürcher Tages-Anzeigers und mehrjährigen Feldforschungen in Afrika („Die Ökonomie der Hexerei oder Warum es in Afrika keine Wolkenkratzer gibt“, Peter Hammer, 2004) ist er heute Redaktor der „Weltwoche“.

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Wolfgang Ullrich
Geb. 1967, Studium der Philosophie, Kunstgeschichte, Logik/Wissenschaftstheorie, Germanistik. Promotion 1994 mit einer Arbeit über das Spätwerk Martin Heideggers (Der Garten der Wildnis, München 1996). Seither freischaffend als Autor, Dozent, Unternehmensberater. 1997-2003 Assistent am Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Akademie der bildenden Künste München. 2003f. Gastprofessor für Kunsttheorie an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Seit 2004 Gastprofessor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Ferner zahlreiche Lehraufträge.
- Als Unternehmensberater im Bereich Marken- und Imageforschung tätig (u. a. von 1999-2004 Beratervertrag mit der Volkswagen AG). - Als Autor zahlreiche Publikationen, v. a. zu Geschichte und Kritik des Kunstbegriffs und modernen Bildwelten.


Buchpublikationen (Auswahl)
Uta von Naumburg. Eine deutsche Ikone (Berlin 1998); Mit dem Rücken zur Kunst. Die neuen Statussymbole der Macht (Berlin 2000); Mäzene, Stifter und Sponsoren (Stuttgart 2001, zus. mit Walter Grasskamp); Stars. Annäherungen an ein Phänomen (Frankfurt/Main 2002, zus. mit Sabine Schirdewahn); Die Geschichte der Unschärfe (Berlin 2002); Weiß (Frankfurt/Main 2003, zus. mit Juliane Vogel); Tiefer hängen. Über den Umgang mit der Kunst (Berlin 2003); Was war Kunst? Bilanz eines Begriffs, Frankfurt/Main 2005 (erscheint im Herbst).
www.ideenfreiheit.de

 

ZUR AUSSTELLUNG:

Mocmoc - die Legende

Der irrwitzige Kunststreit rund um die Skulptur "Mocmoc" der Künstlergruppe Com&Com spaltete dieses Jahr nicht nur die Bodenseegemeinde Romanshorn, sondern auch weite Teile der Schweizer Kulturlandschaft. Schliesslich musste gar eine Volksabstimmung über den weiteren Verbleib des Denkmals entscheiden.

Doch wer oder was ist Mocmoc? Das ist ein rund 5,5 Meter hohes Denkmal auf dem Bahnhofsplatz von Romanshorn, erschaffen von Com&Com. Das Kunstwerk etablierte eine Legende, die dem Ursprung von Romanshorn einen Hauch von Mystik verlieh, hatte Event-Potenzial und wurde mit einem fertigen Standortmarketing-Konzept inklusive Merchandising-Palette angeboten. die Mocmoc-figur avancierte schnell zum Liebling aller Schulkinder. Eine Hörspiel-CD, Mocmoc-Songs und diverse Merchandising-Artikel festigten seine Position im Kinderzimmer. Doch der Aufmarsch der Gegner folgte schnell, denn Kunst im öffentlichen Raum polarisiert. Ein Lokaljournalist enthüllte, dass die Legende von den Künstlern frei erfunden war. Es entbrannte ein rund acht Monate dauernder Kunst- und Politstreit, der das Dorf spaltete. 400 Medienberichte, 13 Einsprachen, 2 Rekurse und 1 Mediation später schritt man in Romanshorn im Mai 2004 zur Urne. Bei der höchsten Stimmbeteilung aller Zeiten sprachen sich die Bürgerinnen und Bürger von Romanshorn mit nur knappen 205 Stimmen Unterschied für den Verbleib von Mocmoc auf dem Bahnhofsplatz aus. Figur und Legende hatten damit die Weihe der Schweizerischen Demokratie erhalten. Mocmoc ist längst real geworden, hat seine eigene Geschichte bekommen.

Mocmoc Zch

An Mocmoc kristallisieren sich aber auch eine ganze Reihe von zentralen Fragen der zeitgenössischen Kunst und Gesellschaft: Wem gehört der öffentliche Raum? Wer entscheidet über die Gestaltung des öffentlichen Raumes? Wie relevant kann und darf Kunst gegenüber der Gesellschaft sein? Wie weit darf man die Gesellschaft zur Partizipation auffordern oder instrumentalisieren? Was ist eine soziale Skulptur? Welche Ausdrucksmittel stehen der zeitgenössischen Kunst zur Verfügung? Wo ist der angemessene Ort für zeitgenössische Kunst?

Im Cabaret Voltaire werden erstmalig in der Deutschschweiz Arbeiten (Installation, Zeichnung, Film) zum Projekt Mocmoc ausgestellt.
Der begleitende Katalog äussert sich vielschichtig zu Mocmoc und allgemeinen Fragen und Problemstellungen der zeitgenössischen Kunst im öffentlichen Raum.

Vernissage: Donnerstag, 2. 12. 04, ab 19:00 Uhr
20:00 Uhr: screening Dokfilm „Mocmoc, das ungeliebte Denkmal“ von Andreas Göldi
anschliessend Podiumsdiskussion mit Martina Koch, Tirdad Zolghadr und Com&Com

Weitere Informationen, Texte und Bilder finden sie unter: www.mocmoc.ch

Ausstellungsdauer: 2.12.04 - 23.1.05, Öffnungszeiten: Di-Sa 13-19 Uhr, So13-18 Uhr