<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<!DOCTYPE rss [<!ENTITY % HTMLlat1 PUBLIC "-//W3C//ENTITIES Latin 1 for XHTML//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml-lat1.ent">]>
<rss version="0.92" xml:base="http://www.provokation.ch">
<channel>
 <title>PROVOKATION - News</title>
 <link>http://www.provokation.ch/?q=taxonomy/view/or/4</link>
 <description></description>
 <language>de</language>
<item>
 <title>Neues Dossier: "Ruan" - Das umstrittene Fötusobjekt in der China-Ausstellung im Kunstmuseum Bern</title>
 <link>http://www.provokation.ch/?q=node/view/136</link>
 <description>&lt;a href="?q=node/view/137"&gt;&lt;img src="?q=img_assist/gen/137" width="232" height="157" alt="ruan" /&gt;&lt;/a&gt;
  &lt;div class="caption"&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br&gt;
23.8.05: Die Möwe mit Fötenkopf verschwand vorläufig aus der populären China-Ausstellung im Kunstmuseum Bern. Dies entschied die mit einer Strafanzeige und Drohungen konfrontierte Museumsleitung, nachdem der Künstler Xiao Yu die Echtheit des Kopfes bestätigt hatte. 
Am 22.8. tagte ein hochkarätiges Expertengremium aus Kunst, Ethik und Recht über Fragen im Zusammenhang mit der umstrittenen Ausstellung und befanden dabei das umstrittene Exponat als unbedenklich. Die Mehrheit forderte eine Wiederausstellung. Diskutieren sie mit,</description>
<pubDate>Tue, 23 Aug 2005 16:45:00 +0200</pubDate></item>
<item>
 <title>Unruhe - Veranstaltungsreihe; Vormeeting</title>
 <link>http://www.provokation.ch/?q=node/view/135</link>
 <description>15.5.05: an alle Interessenten von Provokation &amp; Unruhe:
wie bereits in der letzten Tutoratssitzung angekündigt, sucht das ith und die Gessnerallee für eine 4-tägige Veranstaltungsreihe zum Thema UNRUHE noch inhaltliche Mitstreiter. Hierfür findet am &lt;strong&gt;Di 17. Mai 2005, 16.00 Uhr&lt;/strong&gt; im ith (Adresse siehe unten) eine Informationsveranstaltung statt. Ich kann euch die Sache sehr empfehlen!

&lt;!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01 Transitional//EN"&gt;
&lt;html&gt;
&lt;head&gt;
&lt;title&gt;Unbenanntes Dokument&lt;/title&gt;
&lt;meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=iso-8859-1"&gt;
&lt;/head&gt;

&lt;body&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&amp;quot;Unruhe - oder erlaubt ist, was st&amp;ouml;rt&amp;quot;&lt;/strong&gt;(Arbeitstitel)&lt;/p&gt;</description>
<pubDate>Tue, 23 Aug 2005 16:38:01 +0200</pubDate></item>
<item>
 <title>Impressionen Paris-Exkursion</title>
 <link>http://www.provokation.ch/?q=node/view/130</link>
 <description>Anbei noch die Weltwoche-Kritik zur mässig provokative Ausstellung "Dionysiac"
im Centre Pompidou und einige Fotos von der Exkursion.
  &lt;a href="?q=node/view/129"&gt;&lt;img src="?q=img_assist/gen/129" width="402" height="150" alt="paris 1" /&gt;&lt;/a&gt;
  &lt;div class="caption"&gt;&lt;/div&gt;
&lt;!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01 Transitional//EN"&gt;
&lt;html&gt;
&lt;head&gt;
&lt;title&gt;Unbenanntes Dokument&lt;/title&gt;
&lt;meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=iso-8859-1"&gt;
&lt;/head&gt;

&lt;body&gt;
&lt;p&gt;Die Weltwoche; 24.02.2005, Nummer 8; Seite 77, &lt;strong&gt;Kritik&lt;/strong&gt;, von 
  Stefan Zweifel&lt;strong&gt;&lt;br&gt;
  &lt;br&gt;
  Ja, die haben ihr Gl&amp;uuml;ck erfunden&lt;/strong&gt;&lt;br&gt;
  &lt;br&gt;
  Machen wir uns nichts vor: Wir stehen mitten in einer kreativen Krise und am 
  Anfang eines Kulturkampfes. Der geniale Thomas Hirschhorn wird von der Rechten, 
  der kongeniale Oskar Freysinger von der Linken abgeschossen &amp;#8211; und dazwischen 
  legt Pascal Couchepin seine Vision vor, k&amp;uuml;nftig mehr in Jugendch&amp;ouml;re 
  als in Opernh&amp;auml;user zu investieren. Bei all dem politischen Hickhack verliert 
  man das poetisch Wesentliche aus den Augen: Was wollen wir eigentlich von der 
  Kunst? Und was kann Kunst heute?&lt;br&gt;
  Um Distanz zu gewinnen, tut vielleicht eine kleine Reise Not. Nach Paris. Dort 
  steht die Kunstmaschine Centre Pompidou ganz im Zeichen von Dada und Dionysos. 
  Im Herbst soll das radikale Nein von Dada historisch ausgeleuchtet werden, jetzt 
  f&amp;auml;llt das Spotlicht auf das dionysische Ja. Die Ausstellung wird als &amp;laquo;Gegenst&amp;uuml;ck&amp;raquo; 
  zu Dada angepriesen, als &amp;laquo;Mittel gegen die Resignation&amp;raquo;, in die 
  die dadaistische Zerst&amp;ouml;rung aller &amp;uuml;berlieferten Werte f&amp;uuml;hrte. 
  14 Grossmeister zeigen ihre Hommage an Dionysos, den antiken Gott des Rausches 
  und der kreativen Ekstase.&lt;br&gt;
  Kein Aufwand wurde gescheut: Kolloquien im Vorfeld, Beizug von philosophischen 
  Spezialisten, viel Medien-Tamtam. Und so fand sich zur Vernissage alles ein, 
  was Rang und Namen hat: Pierre Berg&amp;eacute;, Sammler und Doyen von Yves Saint 
  Laurent, beugte sich &amp;uuml;ber Phalli aus Schafsfett, Hans-Ulrich Obrist, innovativer 
  Schweizer Kurator vom Centre-Pompidou-Konkurrenten Mus&amp;eacute;e d'Art Moderne, 
  raste durch Hirschhorns Pappwelt, die K&amp;uuml;nstlerin Orlan trug ihre Ausw&amp;uuml;chse 
  an der Stirn zur Schau, die an das heilige Tier des Dionysos gemahnen, den Ziegenbock. 
  Alle waren da. K&amp;uuml;nstler, Kritiker und Kuratoren.&lt;br&gt;
  Denn das Einmalige und Riskante des Abends war, dass nicht die &amp;uuml;bliche 
  globale World-Soup gereicht wurde wie an Kunstmessen, sondern diesmal mussten 
  alle K&amp;uuml;nstler mit einer exklusiven Arbeit zu einem Thema antreten, das 
  ihr Werk endlich einmal &amp;uuml;berpr&amp;uuml;fbar macht. &amp;Uuml;berpr&amp;uuml;fbar am 
  Thema &amp;laquo;Dionysiac&amp;raquo; und an den Vorg&amp;auml;ngern und Vorbildern. Dass 
  sie dabei nie Nietzsches Radikalit&amp;auml;t erreichen, mag allein schon daran 
  liegen, dass der deutsche Philosoph, der 1870 Dionysos aus dem Unbewussten der 
  griechischen Antike ans Licht gezerrt hat, in Basel aus dem Staatsdienst flog, 
  vom Verleger nie bezahlt wurde und selbst von Freunden kein M&amp;auml;zenatentum 
  akzeptierte, w&amp;auml;hrend hier der Staat wieder einmal Subversion subventioniert. 
  Das kann ja nicht gut gehen.&lt;br&gt;
  Oder doch? Die Kuratorin beteuert, dass sie die einzigen Aufrechten im Pop-Fun-Markt 
  ausmachte, um ein Widerstandsnest gegen die allgemeine Beliebigkeit zu bauen. 
  Echte Heroen also. Unbeugsam im Kampf gegen Geld und Ungeist. Leider hatte man 
  spontan das Gef&amp;uuml;hl, in den letzten Nummern von Parkett oder Tate Magazine 
  zu bl&amp;auml;ttern, und stiess nur auf g&amp;auml;ngige Namen: Paul McCarthy, Jason 
  Rhoades, Maurizio Cattelan &amp;#8211; und genau das wurde mehrheitlich geboten: 
  Mainstream. Dionysos-Design.&lt;br&gt;
  &lt;strong&gt;&lt;br&gt;
  Nietzsche weckte den tr&amp;auml;umenden Tiger&lt;/strong&gt;&lt;br&gt;
  Dionysos, das war eine Art antiker Punk, der aus dem prunks&amp;uuml;chtigen Asien 
  in Griechenland einfiel; er verk&amp;ouml;rperte das ganz Andere, das Wilde: Mit 
  Weinbeeren gekr&amp;ouml;nt, konnte er sich an sich selbst berauschen, stampfte 
  &amp;laquo;Eintagsreben&amp;raquo; aus dem Boden, st&amp;uuml;rzte die Frauen in taumelige 
  T&amp;auml;nze, bis sie als Mordm&amp;uuml;tter ihre Kinder zerfetzten. Dionysos entfesselt 
  das Unbewusste. In seinem &amp;laquo;Bocksgesang&amp;raquo; klingt der Urschmerz nach, 
  es wogen &amp;laquo;Wille, Weh und Wahn&amp;raquo;. Die Wildheit dieses Gottes der Musik 
  z&amp;auml;hmte Apoll, Gott der Zahl und des vern&amp;uuml;nftigen Masses. Er legte 
  &amp;uuml;ber das Chaos den Goldenen Schnitt der erhabenen Maske, so dass man sich 
  mit Schiller an der edlen Einfalt des klassischen Griechenlands laben konnte 
  &amp;#8211; bis eben Nietzsche diese Maske herunterriss und den tr&amp;auml;umenden 
  Tiger weckte. Heute freilich ist das kein Skandal mehr &amp;#8211; Dionysos ist 
  zum Markenzeichen auf Produkten des Hauses Versace verkommen, wo er uns von 
  Fruchtschalen und Handtaschen entgegenl&amp;auml;chelt.&lt;br&gt;
  Aus Panik, in harmlosen Hedonismus zu verfallen, h&amp;auml;uften die meisten K&amp;uuml;nstler 
  grelle Effekte: zerschlagene Weinflaschen vor spreizbeinigen Porno-Queens zwischen 
  Gummi-Parisern zeigt etwa Kendell Geers, der an der Vernissage mit einer Aktion 
  floppte: Die Besucher durften sch&amp;auml;umenden Pommery-Champagner aus einem 
  Glas in Phallus-Form trinken. Ja, diese Kunst ist in der Tat nicht mehr als 
  ein PR-Gag.&lt;br&gt;
  Empfangen wird man nicht von einem roten Teppich, sondern einer rosa Fellzunge 
  der Gruppe Gelatin, die dem Besucher vier Meter lang entgegengestreckt wird. 
  Dahinter schaukelt ein Walross zwischen himmelst&amp;uuml;rmenden Schw&amp;auml;nzen 
  auf dem Gem&amp;auml;lde &amp;laquo;Strassentheater&amp;raquo;. Die Strasse scheint die 
  letzte Zuflucht des Museums zu sein. Maurizio Cattelan, durch das Bild des von 
  einem Meteoriten erschlagenen Papstes ber&amp;uuml;hmt geworden, tanzt als Kobold 
  Punki durch die Vernissage, ein knorriger Winzling, der br&amp;uuml;llt und mit 
  Keulen jongliert &amp;#8211; das wird auf dem Platz vor dem Museum von professionellen 
  Strassenk&amp;uuml;nstlern besser geboten, aber Dilettantismus ist Hype, und die 
  Keulen fallen Cattelan auf den Kopf &amp;#8211; blopp.&lt;br&gt;
  Dann wieder bauschen sich alte Ideen ins Barocke auf und werden durch die F&amp;uuml;lle 
  unscharf: Paul McCarthy und Jason Rhoades pr&amp;auml;sentieren zum dritten Mal 
  blaue Container mit der abgef&amp;uuml;llten Scheisse der Besucher der letzten Documenta, 
  diesmal gekr&amp;ouml;nt mit Phalli aus Schafsfett &amp;#8211; ein riesiger Raum, &amp;uuml;bers&amp;auml;t 
  mit Fett-Phalli, zwei Videoprojektionen, die uns zeigen, wie sehr die K&amp;uuml;nstler 
  beim Herstellen Spass hatten, dazwischen die zerschnittenen Hefte zu Ehren von 
  Guy Debord, einem Pariser K&amp;uuml;nstler, der die &amp;laquo;Gesellschaft des Spektakels&amp;raquo; 
  anklagte &amp;#8211; und sich einst, als ihn das Pompidou mit einer Ausstellung 
  ehrte, weigerte, einen Fuss ins Museum zu setzen, er lehnte es sogar ab, das 
  museale Spektakel heimlich in der Nacht zu besuchen. Ja, diese konsequente Haltung 
  kann man heute nur noch ironisch durchs Fett ziehen.&lt;br&gt;
  &lt;br&gt;
  &lt;strong&gt;Rausch und Rascheln&lt;/strong&gt;&lt;br&gt;
  Dionysos ist zum Gl&amp;uuml;ck f&amp;uuml;r die Ausstellung ein doppelgesichtiger Gott, 
  der Gott des Rausches, aber auch des Raschelns. Im Herbst zieht er sich unter 
  dem Laub zu den Toten zur&amp;uuml;ck. Er hat das Unbewusste durch Skandal ans Licht 
  gezerrt, nun &amp;uuml;berwintert er in der Unterwelt, unterhalb der Bewusstseinsschwelle, 
  in stillem Taumel &amp;uuml;ber die Tragik des Lebens staunend. Hier liegt die tiefere 
  Weisheit des dionysischen Ja.&lt;br&gt;
  Nicht nur K&amp;uuml;nstler, jeder Mensch sehnt sich nach jenem Moment reiner Intensit&amp;auml;t, 
  wo die Gedanken so klar werden, dass das Geh&amp;auml;use des Gehirns aus zerspringendem 
  Glas scheint, wo man beim Streifen einer Wange schon in der Tiefe des fremden 
  K&amp;ouml;rpers versinkt wie in einem woll&amp;uuml;stigen Traum. &amp;laquo;Verz&amp;uuml;ckungsspitze&amp;raquo; 
  nannte Nietzsche dies. Momente von solcher Sch&amp;ouml;nheit, dass man zu allem 
  Gewesenen und Kommenden ja sagt, dass man sogar die ewige Wiederkunft aller 
  Schmerzen in Kauf nimmt f&amp;uuml;r diese eine Gl&amp;uuml;ckssekunde. &amp;laquo;Alle 
  Lust will Ewigkeit&amp;raquo;, schrieb Nietzsche. Nur auf Zuckerp&amp;auml;ckchen meint 
  diese Formel die kleinb&amp;uuml;rgerliche Vorstellung, sch&amp;ouml;ne Augenblicke 
  m&amp;ouml;gen ewig dauern. Nein, sie sollen blitzaugenblicklich aufgleissen und 
  wieder im ewigen Dunkel verschwinden, sie sollen so entsetzlich sch&amp;ouml;n sein, 
  dass man um ihretwillen die ganze restliche M&amp;uuml;hsal wieder und wieder durchleben 
  will. Die bildende Kunst kann dem Ph&amp;auml;nomen &amp;laquo;Dionysiac&amp;raquo; gerade 
  nicht mit Sperma und Kotzorgien gerecht werden, sondern nur mit sanfter Ekstase. 
  Die f&amp;uuml;hrt uns zum Gl&amp;uuml;ck Fabrice Hyber vor: Zarte Zeichnungen flirren 
  auf Bildschirmen, Trauben verwandeln sich in skizzierte Kreise, auf Aquarellen 
  sammeln sie sich als Tropfen zu Wolken, spreizen sich zu M&amp;ouml;wen auf, werden 
  zum rieselnden Bach, aus dem Lachse in die Tatzen von B&amp;auml;ren springen &amp;#8211; 
  eine Hymne ans Leben als Kreislauf des Ephemeren.&lt;br&gt;
  Ganz still dann wird es bei Christoph B&amp;uuml;chel: Zwar recycelt auch er einen 
  alten Einfall &amp;#8211; wieder einmal liess er eine Band in einem Container spielen 
  und fror dann alles ein, aber durch den Bezug auf den unterweltlichen Dionysos 
  gewinnt die Installation urweltliche Tiefe. Man tritt bei minus 24 Grad Celsius 
  in eine gespenstische Eislandschaft: auf dem Boden die Pauke wie eine enth&amp;auml;utete 
  B&amp;auml;rentatze, das Mischpult als Eisscholle des virtuellen Klangs, Bierflaschen 
  als klirrkalte Kristalle, und &amp;uuml;ber allem schwebt die Disco-Kugel wie ein 
  Eisplanet. So &amp;laquo;klingt&amp;raquo; vielleicht die orphische Dimension von Dionysos, 
  der in der Unterwelt &amp;uuml;berwintert, bis er im Fr&amp;uuml;hjahr zur&amp;uuml;ckkehrt, 
  bekr&amp;auml;nzt mit Efeu, dessen Wurzeln unter der Schneedecke wuchern. Ein Winterm&amp;auml;rchen 
  voll stiller Poesie. Nie wurden so beklemmend Nietzsches &amp;laquo;Dionysos-Dithyramben&amp;raquo; 
  vertont: &amp;laquo;Oh todtenstiller L&amp;auml;rm.&amp;raquo;&lt;br&gt;
  Leider holt uns um die Ecke eine Jukebox mit Rocksongs in die Welt zur&amp;uuml;ck, 
  wo Dionysos nur noch als DJ Platz hat. Hyber und B&amp;uuml;chel wirken wie ein 
  Betriebsunfall. Zu sehr setzten die Kuratoren auf lautes Spektakel und haben 
  deshalb auch diese Jukebox installiert und alle K&amp;uuml;nstler gebeten, ihre 
  Favorites aus Rock und Pop auszuw&amp;auml;hlen. Hirschhorn verweigert sich dieser 
  Zumutung: &amp;laquo;Ich bin ein K&amp;uuml;nstler, ich will ein K&amp;uuml;nstler sein. 
  Ich bin kein DJ, ich will kein DJ sein.&amp;raquo; Diese Verweigerungshaltung sollte 
  Schule machen. Mit ihr kn&amp;uuml;pft Hirschhorn an Dada an und bekennt, die Fotos 
  aus der Dada-Zeit seien das Einzige, was ihm heute noch Mut mache. Mut zu einem 
  komplexen Werk, dem nur die andern den mediengeilen Skandal aufsetzen. Kunst 
  als Erdenken eines eigenen Weges, eines Verweigerungsweges.&lt;br&gt;
  &lt;br&gt;
  &lt;strong&gt;Widerstand im Nietzschewo&lt;/strong&gt;&lt;br&gt;
  &amp;laquo;Nietzsche in Basel.&amp;raquo; So hiess eine &amp;laquo;Streitschrift&amp;raquo; 
  des Dadaisten Hugo Ball und h&amp;auml;tte auch &amp;laquo;Ball in Z&amp;uuml;rich&amp;raquo; 
  heissen k&amp;ouml;nnen: Wie Nietzsche wollten die Dadaisten die Leichenstarre der 
  b&amp;uuml;rgerlichen Kultur in einem Laut- und Lustkrampf absch&amp;uuml;tteln, ihre 
  Wut und Lebensgier herausschreien als Vokalgedicht ohne jeden Sinn, daf&amp;uuml;r 
  voll Stimm-Sinnlichkeit &amp;#8211; in der Hoffnung, aus den Tr&amp;uuml;mmern der alten 
  Kultur m&amp;ouml;ge eine Kunst entstehen, die nicht Freizeit, sondern Echtzeit 
  ist.&lt;br&gt;
  Hugo Ball griff alle an, die Nietzsche &amp;laquo;humanisieren&amp;raquo; und das Unheimliche 
  verniedlichen wollten. Niedlich aus reinem Neid. Neid, dass da einer Mut zu 
  sich selber hatte und aus dem System ausbrach. Ball ahnte schon, dass auch Dada 
  bald zum Abziehbild w&amp;uuml;rde. Wer heute auf Dada macht, ist ein Spiesser, 
  der genau das macht, was ihm seine Lehrer an der Kunstschule beibrachten &amp;#8211; 
  deshalb wurden auch die &amp;laquo;Z&amp;uuml;rcher Dadawochen 2005&amp;raquo; zu einem 
  Einerlei marktg&amp;auml;ngiger Abfall-Bastelei. Zum Keinerlei.&lt;br&gt;
  Nicht jeder hat Talent zum Wahnsinn: In seinem letzten Brief aus Turin schrieb 
  Nietzsche an den Basler Professor Jacob Burckhardt, er w&amp;auml;re auch lieber 
  Professor geblieben als Gott zu werden. Aber er habe doch aus reinem Privat-Egoismus 
  die Schaffung der Welt nicht unterlassen k&amp;ouml;nnen! Nietzsche unterschrieb 
  als &amp;laquo;Dionysos, der Gekreuzigte&amp;raquo;. Und meinte: Burckhardt k&amp;ouml;nne 
  mit diesem Brief jeden Gebrauch machen, der &amp;laquo;mich in der Achtung der Baseler 
  nicht herabsetzt&amp;raquo;. Dabei meinte er mit rasender Ironie das Gegenteil. 
  Er wollte von der Basler Gesellschaft herabgesetzt und aus ihr ausgestossen 
  werden. Nietzsche wollte lebenslang aus Basel fl&amp;uuml;chten, Ball aus Z&amp;uuml;rich. 
  Und heute m&amp;uuml;ssten die K&amp;uuml;nstler den Mut haben, auch aus Paris zu fl&amp;uuml;chten. 
  So der Titel von Balls Hauptwerk: &amp;laquo;Die Flucht aus der Zeit&amp;raquo;.&lt;br&gt;
  An der Vernissage ist man umringt von Prominenz. Sieger unter Siegern. Der franz&amp;ouml;sische 
  Kulturminister nippt an einem Phallus-Champagner, und alle tragen jene Machtmaske 
  im Gesicht wie Nietzsches &amp;laquo;letzte Menschen&amp;raquo;, die dauernd blinzeln 
  und sagen: &amp;laquo;Ja, wir haben das Gl&amp;uuml;ck erfunden.&amp;raquo; Ja, die K&amp;uuml;nstler, 
  Kuratoren und Kritiker in Paris, sie haben ihr Gl&amp;uuml;ck erfunden &amp;#8211; und 
  blinzeln. Doch genau diese Selbstgef&amp;auml;lligkeit gilt es im Namen von Dada 
  und Dionysos zu zerschlagen. Man m&amp;uuml;sste endlich den globalen Kunstbetrieb 
  vor den Kopf stossen. Denn die Revolution kann nicht in den Zentren der Macht 
  stattfinden. Das zeigt sich gerade im Centre Pompidou, wo nur die wenigen &amp;uuml;berzeugen, 
  die den Mut zur kleinen Geste hatten. Die Revolution wird wie Nietzsche zu Lebzeiten 
  nur hundert Leser haben. Widerstand am Rand, im Nirgendwo, im Nietzschewo.&lt;br&gt;
  Das Dionysische muss eben nicht mit einer Kotzorgie noch einmal &amp;uuml;berboten 
  werden. Kunst ist die Schule des Sehens und F&amp;uuml;hlens. Gewiss: Zuerst muss 
  sie grob auftreten, mit Skandalen die herrschenden Sichtweisen zerschlagen, 
  damit wir aus der Starre erwachen. Doch diese Schocks haben schon lang gewirkt. 
  Sie sind selbst zur starren Sichtweise geworden. Neu w&amp;uuml;nscht man sich den 
  Mut zur Verletzlichkeit, Verwundbarkeit. Kunst ist keine Pariser Leistungsshow, 
  sondern Innenschau. Vielleicht wachsen fern vom Marktget&amp;uuml;mmel junge K&amp;uuml;nstler 
  heran, die mit den Meinungsmachern und Mitmachern brechen und uns fern vom Kunst-Parkett 
  das ekstatische &amp;laquo;Ausser-sich-Sein&amp;raquo; von Dionysos lehren: Man erlebt 
  es dort, wo man sein altes Ich verl&amp;auml;sst und ausser sich endlich einmal 
  ganz bei sich ist.&lt;/p&gt;</description>
<pubDate>Mon, 09 May 2005 01:12:18 +0200</pubDate></item>
<item>
 <title>Tutorat: Literaturliste online</title>
 <link>http://www.provokation.ch/?q=node/view/128</link>
 <description>Liebe Studierende und TeilnehmerInnen der Lehrveranstaltung &lt;strong&gt;"Provokation als Strategie. Der 'P-Faktor' in der zeitgenössischen Kunst"&lt;/strong&gt;:&lt;br&gt; Ab sofort ist eine erste Version einer Literaturliste zum Thema "Provokation" unter &lt;a href= "http://www.provokation.ch/?q=thema"&gt;Thema&lt;/a&gt;  abrufbar.</description>
<pubDate>Tue, 29 Mar 2005 01:32:46 +0200</pubDate></item>
<item>
 <title>Tutorat: einzelne Themen wieder offen!</title>
 <link>http://www.provokation.ch/?q=node/view/127</link>
 <description>Wegen kurzfristig Abmeldungen sind wieder Referatsplätze in der bisher ausgebuchten Lehrveranstaltung zu haben. Und zwar am: 30.4.05 (Paris-Exkursion): Referate über Jonathan Meese oder John Bock.&lt;br /&gt;
Informationen und &lt;a href="mailto:hedinger@com-com.ch"&gt; Anmeldung &lt;/a&gt; unter: info@provokation.ch</description>
<pubDate>Tue, 19 Apr 2005 23:32:14 +0200</pubDate></item>
<item>
 <title>Tutorat über Provokation sehr begehrt</title>
 <link>http://www.provokation.ch/?q=node/view/118</link>
 <description>Die Vorveranstaltung f&amp;uuml;r das studentisches Studentisches Tutorat:&lt;strong&gt; 
  &amp;quot;Provokation als Strategie &amp;#8211; der 'P-Faktor' in der zeitgen&amp;ouml;ssischen 
  Kunst&amp;quot;&lt;/strong&gt; an der Universit&amp;auml;t Z&amp;uuml;rich hat mit rund 30 Interessenten 
  regen Zuspruch erhalten. Die am 15.4., 30.4., und 10.6. stattfindende Lehrveranstaltung 
  ist praktisch ausgebucht. Noch freie Pl&amp;auml;tze hat es f&amp;uuml;r Referate anl&amp;auml;sslich 
  der Paris-Exkursion. Hier k&amp;ouml;nnen sie das detaillierte &lt;a href= "http://www.provokation.ch/?q=tutorat"&gt;Programm&lt;/a&gt; einsehen. 
  Weitere Interessenten melden sich unter: hedinger@com-com.ch.&lt;/p&gt;</description>
<pubDate>Tue, 29 Mar 2005 01:20:16 +0200</pubDate></item>
<item>
 <title>Symposiums-Blog online!</title>
 <link>http://www.provokation.ch/?q=node/view/117</link>
 <description>Das Symposium &lt;strong&gt;P-Faktor: Die Kunst der Provokation&lt;/strong&gt; vom Samstag 22./23. Januar
im Cabaret Voltaire ist Geschichte. Hier können sie die Debatten, Themen und Reflexionen im &lt;a href= "http://communication_performance.typepad.com/beauty_case_on_process_as/"&gt;BLOG&lt;/a&gt; von Beauty Case nachlesen. inkl. Live-to-screen-SMS. In Kürze werden weitere Texte und Bilder aufgeschaltet.
&lt;p&gt;
&lt;a href="?q=node/view/116"&gt;&lt;img src="?q=img_assist/gen/116" width="363" height="151" alt="p-faktor logo + kunst" /&gt;&lt;/a&gt;
  &lt;div class="caption"&gt;&lt;/div&gt;</description>
<pubDate>Tue, 25 Jan 2005 14:47:36 +0100</pubDate></item>
<item>
 <title>Jetzt anmelden!</title>
 <link>http://www.provokation.ch/?q=node/view/115</link>
 <description>Der öffentliche Teil des Symmposiums &lt;strong&gt;P-Faktor: Die Kunst der Provokation&lt;/strong&gt; am Samstag 22. Januar (12.00 - 17.00 Uhr) im Cabaret Voltaire ist fast ausgebucht! Nur noch ca. 10 Plätze sind frei. Hier können sie sich &lt;a href= "http://www.provokation.ch/?q=provokation_anmeldung"&gt;anmelden&lt;/a&gt;. Unkostenbeitrag: CHF 25.- (inkl. Erfrischung). first come, first serve. Hier könnt ihr Euch über die &lt;a href= "http://www.provokation.ch/?q=referenten"&gt;Referenten&lt;/a&gt; informieren.</description>
<pubDate>Tue, 25 Jan 2005 14:40:33 +0100</pubDate></item>
<item>
 <title>Film und Provokation III</title>
 <link>http://www.provokation.ch/?q=node/view/114</link>
 <description>11.1.: Im Cabaret Voltaire zeigen und besprechen Peach Weber (Nationalkomiker) und Gion Cavelty (Autor, Moderator Caveltys Literaturshow) "This is Spinal Tap" von Rob Reiner, ein an Geschmacklosigkeit, Trash und Unterhaltung kaum zu überbietendes Mockumentary über eine grottenschlechte Heavy-Band. USA, 1984, 82 min., anschliessend Diskussion und Bar. Beginn: 20:00 Uhr, Eintritt frei</description>
<pubDate>Sun, 26 Dec 2004 13:50:21 +0100</pubDate></item>
<item>
 <title>Gute Kritiken</title>
 <link>http://www.provokation.ch/?q=node/view/113</link>
 <description>&lt;!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01 Transitional//EN"&gt;
&lt;html&gt;
&lt;head&gt;
&lt;title&gt;Unbenanntes Dokument&lt;/title&gt;
&lt;meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=iso-8859-1"&gt;
&lt;/head&gt;

&lt;body&gt;
Das Programm PROVOKATION, insbesondere die Ausstellung &amp;uuml;ber Mocmoc erh&amp;auml;lt 
gute Kritiken in NZZ (15.12.) und Tages Anzeiger (18.12. und 21.12.).&lt;br&gt;
&lt;em&gt;&amp;quot;Com &amp;amp; Com zeigen, dass es ein Leben nach Hans Arp und Tristan Zara 
gibt. Und wenn im Februar 2005 in Z&amp;uuml;rich ein Kind auf den Namen &amp;laquo;Dada&amp;raquo; 
getauft wird (von Com &amp;amp; Com mit 10 000 Franken belohnt), braucht man sich 
um die Nachfolgeregelung an der Spiegelgasse vielleicht tats&amp;auml;chlich nur mehr 
kleine Sorgen zu machen.&amp;quot;&lt;/em&gt; (Daniele Muscionico, NZZ 15.12.04)</description>
<pubDate>Sun, 26 Dec 2004 13:57:04 +0100</pubDate></item>
<item>
 <title>Film und Provokation II</title>
 <link>http://www.provokation.ch/?q=node/view/112</link>
 <description>21.12.: Im Cabaret Voltaire zeigt und bespricht Frau Dr.  Ursula von Keitz (Filmwissenschaftlerin, Universität Zürich)  "Orlacs Hände" von Robert Wiene, einen in den 20er Jahren umstrittener Film zum Thema Transplantation und Körperlichkeit. Deutschland/Österreich, 1924, Dauer: 90 min., anschliessend Diskussion und Bar. Beginn: 20:00 Uhr, Eintritt frei</description>
<pubDate>Thu, 16 Dec 2004 14:04:21 +0100</pubDate></item>
<item>
 <title>Kunst und Provokation IV</title>
 <link>http://www.provokation.ch/?q=node/view/111</link>
 <description>16.12.: ab sofort finden sie in unserem Diskussionsforum die komplette Debatte des Nationalrates vom 13.12.04 über Kunstfreiheit, Kulturbudget-Kürzung und Hirschhorn-Skandal. Ebenso ein Dossier mit den gesammelten Berichterstattungen zur Pro Helvetia-Hirschhorn-Affäre aus NZZ, Tages Anzeiger, Blick, Weltwoche, WOZ, Facts, BAZ, 20 min, Radio DRS u.a.</description>
<pubDate>Thu, 16 Dec 2004 14:02:14 +0100</pubDate></item>
<item>
 <title>Kunst und Provokation III</title>
 <link>http://www.provokation.ch/?q=node/view/108</link>
 <description>14.12: Topaktuell. Im Cabaret Voltaire zeigt Dr. Tobia Bezzola (Kurator Kunsthaus Zürich) provokative Trouvaillen aus der Videosammlung des Kunsthauses Zürich. Selten gesehene Filme von:Yoko Ono / Jean-Luc Godard / Glenn McKay / Ant Farm / Jonas Mekas / Dieter Roth / Ursula Hodel / Alexej Koschakrow / Robert Watts / Luis Bunuel / Paul McCarthy / Chris Burden u.a.m. &lt;br&gt;Beginn: 20:00 Uhr, Eintritt frei, anschliessend Diskussion und Bar.</description>
<pubDate>Thu, 09 Dec 2004 01:22:00 +0100</pubDate></item>
<item>
 <title>Kunst und Provokation II</title>
 <link>http://www.provokation.ch/?q=node/view/107</link>
 <description>9.12: Veranstaltung MEIEREI ™ im Cabaret Voltaire: Diskussion mit Giovanni Carmine (freier Kurator) und  Gastgeber Philipp Meier. Thema: "Provokation in Kunst und Kultur". Aktueller Anlass: Die Hirschhorn-Affäre. (siehe dazu auch unser Diskussionsforum!)&lt;br&gt; Beginn 20:00, Eintritt frei.</description>
<pubDate>Fri, 10 Dec 2004 13:23:19 +0100</pubDate></item>
<item>
 <title>Provokation auf allen Kanälen</title>
 <link>http://www.provokation.ch/?q=node/view/106</link>
 <description>8.12. Die Ereignisse um Thomas Hirschhorn überschlagen sich. Die Diskussionen rund um Sinn und Zweck seiner  ("entarteten") Kunst, seine "Nestbeschmutzung", die Debatte um die Budgetkürzungen von Pro Helvetia gehen weiter. Deshalb öffnen wir heute unser Diskussionsforum, präsentieren einige &lt;br /&gt;
bereits erschienenen Voten und laden zur Diskussion ein. -&gt; Diskussionsforum auf www.provokation.ch</description>
<pubDate>Thu, 09 Dec 2004 01:16:49 +0100</pubDate></item>
</channel>
</rss>
